WPU Theater 10 wird Teil der Produktion „ALPHA“ am Jungen Schauspielhaus

Wie entsteht eigentlich ein Theaterstück? Und wie viel Einfluss können Jugendliche auf eine professionelle Inszenierung nehmen?

Der Wahlpflichtkurs Theater des Jahrgangs 10 hatte die besondere Gelegenheit, die Entstehung des Theaterstücks „ALPHA“ am Jungen Schauspielhaus Hamburg als Tandemklasse zu begleiten und dabei selbst wichtige Impulse für die Stückentwicklung zu geben.

Im Mittelpunkt von „ALPHA“ steht der 15-jährige Leo, der sich auf der Suche nach seiner eigenen Identität befindet. Zwischen der Trennung seiner Eltern, Freundschaften und dem Erwachsenwerden versucht er herauszufinden, wer er eigentlich sein möchte. Als er auf TikTok auf sogenannte „Alpha-Männer“ und „Sigma Boys“ stößt, scheint er endlich Orientierung zu finden. Selbstoptimierung, Fitness, Erfolg und Stärke werden zu seinen neuen Idealen. Doch was bedeutet es eigentlich, ein „richtiger Mann“ zu sein? Und welchen Preis zahlt Leo dafür, diesen Vorstellungen entsprechen zu wollen?

Von der eigenen Lebenswelt auf die Theaterbühne

Als Tandemklasse war unser WPU Theater 10 nicht nur Zuschauer, sondern aktiv am Entstehungsprozess der Inszenierung beteiligt. Bei insgesamt drei Begegnungen mit dem Produktionsteam erhielten die Schüler*innen spannende Einblicke in die professionelle Theaterarbeit.

Den Auftakt bildete ein Besuch der Autorin und Regisseurin in unserem Theaterunterricht. Gemeinsam mit den Jugendlichen diskutierten sie über gesellschaftliche Erwartungen an Jungen und Männer, persönliche Erfahrungen mit Männlichkeitsbildern und den Einfluss sozialer Medien. Dabei ging es auch um Rollenklischees, Gruppendruck und die Frage, wie junge Menschen ihre eigene Identität entwickeln.

Die Gedanken, Erfahrungen und Perspektiven unserer Schüler*innen flossen unmittelbar in die Entwicklung des Textbuches ein. Damit leistete der WPU Theater 10 einen wichtigen Beitrag zur inhaltlichen Gestaltung von „ALPHA“.

Bei der zweiten Begegnung besuchte der Kurs eine Probe am Jungen Schauspielhaus. Hier konnten die Schüler*innen erleben, wie aus einem Text eine lebendige Inszenierung entsteht. Im anschließenden Feedbackgespräch mit den Schauspieler*innen und dem Produktionsteam teilten sie ihre Eindrücke, stellten Fragen und diskutierten darüber, wie glaubwürdig die Figuren, ihre Konflikte und ihre Lebenswelt auf der Bühne dargestellt werden.

Den Abschluss der Zusammenarbeit bildete der gemeinsame Besuch der Premiere. Für die Schüler*innen war es ein besonderes Erlebnis, die fertige Inszenierung zu sehen und dabei Themen und Gedanken wiederzuentdecken, die sie selbst in den Entwicklungsprozess eingebracht hatten.

Theater als Raum für gesellschaftliche Fragen

„ALPHA“ beschäftigt sich mit einem Thema, das für viele Jugendliche unmittelbar relevant ist: dem Einfluss sozialer Medien auf Selbstbilder, Geschlechterrollen und gesellschaftliche Erwartungen. Die Inszenierung von Margit Pötzsch und Lili Roesing hinterfragt dabei kritisch, wie Vorstellungen von Männlichkeit entstehen und welche Auswirkungen sie auf junge Menschen haben können.

Für unseren WPU Theater 10 war die Zusammenarbeit eine wertvolle Erfahrung, die weit über einen gewöhnlichen Theaterbesuch hinausging. Die Schüler*innen konnten erleben, dass Theater nicht nur Geschichten erzählt, sondern gesellschaftliche Fragen aufgreift, Diskussionen anstößt und von den Perspektiven junger Menschen lebt.

Wir bedanken uns herzlich beim gesamten Produktionsteam des Jungen Schauspielhauses für die Offenheit, den spannenden Austausch und die Möglichkeit, an der Entstehung von „ALPHA“ mitzuwirken.