Archiv der Kategorie: Theater

Premierenklasse im Thalia Theater – Einblick in „NO BODY“

Der Theaterkurs „WPU Theater“ (Wahlpflichtunterricht) aus Jahrgang 8 hat in diesem Schuljahr eine besondere Rolle: Als sogenannte Premierenklasse (Tandemklasse) begleitet der Kurs die Produktion NO BODY am Thalia Theater Gaußstraße über mehrere Wochen hinweg.

Nach einem ersten vorbereitenden Workshop mit der Theaterpädagogin stand nun der erste Probenbesuch auf der Probebühne in der Gaußstraße an. Dort erhielten die Schüler*innen einen direkten Einblick in die Entstehung einer professionellen Theaterproduktion. Das ist ein Perspektivwechsel, der im regulären Unterricht so nicht möglich ist.

Vor Ort lernte der Kurs das Produktionsteam rund um die renommierte Regisseurin Mable Preach sowie die Schauspieler*innen Jedidah-Isabel, Sinan, Gloria und Toini kennen. Bereits nach den ersten gespielten Szenen wurde deutlich, dass NO BODY ein vielschichtiger und aktueller Theaterabend ist.

Im Zentrum der Inszenierung steht Lilian, deren Identität für ihr Umfeld lange unklar bleibt. Als schwarze junge Frau hat sie über Jahre Teile ihrer Persönlichkeit verborgen, bis ein rassistischer Vorfall zu Beginn ihres Studiums öffentlich wird. Die Universität wird zum Schauplatz von Auseinandersetzungen über Rassismus, Zugehörigkeit und Solidarität. Dabei zeigt sich, dass auch Bildungsorte keine neutralen Räume sind. Zugleich erzählt das Stück davon, wie Lilian beginnt, Verbündete zu finden und sich selbst.

Nach der Sichtung ausgewählter Szenen wurden die Schüler*innen aktiv in den Probenprozess einbezogen. Das künstlerische Team stellte gezielte Fragen:

Was habt ihr gesehen? Was habt ihr verstanden? Wie wirkt die Szene auf euch?

Die Antworten der Schüler*innen wurden ernst genommen, direkt in den Austausch integriert und sind wichtig für die weitere Probenarbeit. Umgekehrt nutzten die Lernenden die Gelegenheit, eigene Fragen an die Regisseurin und die Darsteller*innen zu stellen. Es entwickelte sich ein offenes, respektvolles Gespräch auf Augenhöhe, das für beide Seiten gewinnbringend war.

Die Inszenierung von Mable Preach verbindet dabei Elemente aus Popkultur und Comic-Ästhetik mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen. Im Zentrum steht die Frage, wie Solidarität entsteht und welche Rolle insbesondere Bildungsinstitutionen dabei spielen.

In den kommenden Wochen folgt ein weiterer Probenbesuch, bei dem die Schüler*innen die Produktion in einem fortgeschritteneren Stadium mit Bühnenbild, Kostüm und weiteren gestalterischen Elementen erleben werden. Den Abschluss bildet am 20. Mai der gemeinsame Besuch der Premiere, die als Höhepunkt der Tandemarbeit gefeiert wird.

Für unsere Schüler*innen aus dem WPU 8 Theater bietet dieses Projekt nicht nur einen intensiven Einblick in professionelle Theaterarbeit, sondern auch die Möglichkeit, sich mit aktuellen gesellschaftlichen Themen künstlerisch auseinanderzusetzen und selbst Teil dieses Prozesses zu werden.

„Ein Sommernachtstraum“ – Gelungener Abschied der 13g von der Theaterbühne

Am 26. März brachte die Abiturklasse 13g (Profil „Inszeniere deine Geschichte“) unter der Leitung ihres Theaterlehrers Herrn Bohn William Shakespeares Komödie „Ein Sommernachtstraum“ auf die Bühne und setzte damit zugleich den Schlusspunkt ihrer gemeinsamen Theaterarbeit in der Oberstufe.

Mit großem Engagement, spürbarer Spielfreude und viel Liebe zum Detail gelang es den Schüler*innen, das Publikum in die vielschichtige Welt Shakespeares zu entführen. Zwischen Verwirrung, Verwandlung und romantischem Chaos entstand ein lebendiger Theaterabend, der sowohl viele humorvolle als auch atmosphärisch dichte Momente bot. Die Aufführung machte deutlich, wie intensiv sich die Gruppe in den vergangenen Monaten mit Text, Figuren und Inszenierung auseinandergesetzt hat.

Eine besondere Situation ergab sich kurz vor der Aufführung: Für den erkrankten Schüler Moritz, der die Rolle des Zettel übernehmen sollte, sprang der Mitschüler Illay aus der Parallelklasse 13b kurzfristig ein. Dieses spontane Einspringen verdient besondere Anerkennung. Nicht nur aufgrund der darstellerischen Leistung, sondern auch als Ausdruck eines starken Zusammenhalts innerhalb des Jahrgangs 13. Solche Momente zeigen, dass schulische Theaterarbeit weit über die Bühne hinauswirkt und von gegenseitiger Unterstützung und Verantwortungsbewusstsein getragen wird.

Die Aufführung war somit nicht nur ein künstlerischer Erfolg, sondern auch ein würdiger Abschluss für die 13g, die mit dieser Produktion ein letztes Mal gemeinsam auf der Bühne stand. Wir wünschen allen viel Glück & Erfolg für die anstehenden Prüfungen!

Ausflug der Fünften Klassen ins Theater

Am Freitag, den 05.12.25, war der ganze Jahrgang 5 im Theaterstück „Die Frau und ihr Fischer“. Wir sind dafür mit der U3 zum Hoheluftschiff gefahren. Das Besondere war, dass es unter Wasser war, weil das Theater auf einem Schiff auf dem Isebekkanal war. Der Klasse 5b hat es gut gefallen. Es war nicht so laut wie beim letzten Mal.

Es ging bei dem Stück um einen Fischer, der einen Fisch gefangen hat und der Fisch konnte Wünsche erfüllen. Der Fischer ließ ihn wieder frei und als er nach Hause kam, hat er das seiner Frau erzählt. Die Frau war nicht so glücklich. Sie war gierig und wollte, dass er wieder zum Fisch geht und sich ein kleines Häuschen mit Garten wünscht. Er sagte einen Zauberspruch und der Fisch erschien und erfüllte den Wunsch. Der Fisch sagte: „Geh nach Hause und du siehst deine Frau vor dem Haus sitzen“. Und dann war sie wieder nicht zufrieden und wollte erst Königin und dann Kaiserin sein. Am Ende wollte sie sogar Göttin werden, aber dann hat der Fisch alle Wünsche rückgängig gemacht. Sie hat sich dann mit dem Fischer gestritten und ist weggelaufen – durch das ganze Märchenland. Sie hat viel erlebt und viele Märchenfiguren getroffen, z. B. Aschenputtel, Gretel, die 7 Zwerge und sie hat auch Rapunzel die Haare geschnitten.

Das ganze Stück wurde nur von zwei Personen aufgeführt. Es war lustig, weil eine von ihnen roten Lippenstift von einer Gucci-Tasche bekam.

Von Betti und Jamila (5b)

Tanz der Algorithmen: Theaterexkursion der Oberstufe

Die drei Theaterkurse unserer Oberstufe haben am Sonntagabend (16.11.25) gemeinsam das Deutsche Schauspielhaus besucht. Trotz des ungewohnten Termins am Wochenende waren viele sofort begeistert, weil die Produktion Schauspiel und Tanz zu einer intensiven, sehr modernen Form verbindet. Für viele war es spannend zu sehen, wie stark Körper, Sprache und Musik zusammenwirken können.

Das Stück von Falk Richter und Anouk van Dijk beschäftigt sich mit unserem Leben im Zeitalter der künstlichen Intelligenz: KI plant Reisen, sortiert unseren Alltag und schreibt sogar Texte, während der menschliche Körper mit all seiner Unsicherheit und Unvollkommenheit dagegenzuhalten scheint. Genau darin sieht das Stück aber etwas Besonderes: Gefühle, Zögern, Nähe und echte Veränderung lassen sich nicht programmieren.

Diese Mischung aus starken Bildern, tänzerischen Elementen und klaren Texten hat viele Schüler*innen berührt. Einige nahmen Gedanken über Technik und Menschlichkeit mit, andere waren vor allem von der ungewöhnlichen Theaterform fasziniert. Für alle war es ein eindrucksvoller Abend und eine gute Inspiration für die weitere Arbeit im Theaterunterricht.

(Copyright Foto: Thomas Aurin)

Jahrgang 5 besucht den ZAUBERER VON OZ

Unser gesamter Jahrgang 5 war in dieser Woche im Ernst-Deutsch-Theater und durfte die Generalprobe von „Der Zauberer von Oz“ sehen. Für viele war es der erste richtige Theaterbesuch. Die Mischung aus Musik, Farben und spannenden Figuren hat sofort alle gepackt.

Die Geschichte führte Dorothy und ihren Hund Toto aus dem grauen Kansas in das bunte Land Oz. Auf ihrem Weg zur Smaragdstadt trafen sie den Strohmann, die Blechfrau und den Löwen. Gemeinsam stellten sie sich der roten Hexe und merkten schnell, dass man im Team viel stärker ist und oft schon alles in sich trägt, was man braucht.

In den Klassen wurden danach ein paar Gedanken gesammelt, die die Schüler*innen aus dem Stück mitnehmen:

  • Gemeinsam schafft man mehr als allein.
  • Mut kommt, wenn man es einfach versucht.
  • Nicht alles ist so schlimm, wie es zuerst aussieht.
  • Jede und jeder kann etwas Besonderes.

Ein großes Dankeschön geht an das Ernst-Deutsch-Theater, das unserem Jahrgang 5 jedes Jahr ermöglicht, kostenlos eine Generalprobe des Wintermärchens zu besuchen. Dieser Besuch war für viele Kinder ein echtes Highlight. Wir kommen gerne wieder!

Überraschungsabend in der Staatsoper

Beim ersten KulturBlindDate in diesem Schuljahr wussten die teilnehmenden Oberstufenschüler*innen und Lehrkräfte wie immer nur eines: Es wird kulturell – aber keiner weiß, was kommt. Erst kurz vor Beginn lüftete sich das Geheimnis: Diesmal führte der Weg in die Hamburger Staatsoper zur Generalprobe von Michail Glinkas Oper „Ruslan und Ljudmila“.

Für viele war es das erste Mal, eine Opernprobe oder Opernvorstellung live zu erleben. Nach einer tollen, spielerischen Einführung durch die Musikpädagogin Anja Fürstenberg ging es dann los. Besonders beeindruckend war die offene und lockere Atmosphäre, mit der das Opernhaus die jungen Gäste empfing. Die neue Intendanz unter Tobias Kratzer legt großen Wert darauf, dass junge Menschen neugierig auf Oper werden und dass es keine sozialen Hürden gibt, diese Kunstform zu erleben.

Glinkas Oper von 1842 basiert auf einem Märchen des russischen Dichters Alexander Puschkin. Doch die Regisseurinnen Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka zeigen in ihrer modernen Inszenierung, dass das Werk weit über seine Zeit hinausweist: Wie lässt sich leben und lieben in einer Gesellschaft, die Sicherheit über Freiheit stellt? In dieser Lesart wird „Ruslan und Ljudmila“ zur Emanzipationsgeschichte einer jungen Generation, die sich gegen gesellschaftliche Zwänge und starre Lebensentwürfe auflehnt.

Ein spannender Abend zwischen klassischer Musik, moderner Interpretation und echten Denkanstößen – und wieder einmal ein Beweis dafür, dass kulturelle Begegnungen am besten wirken, wenn man nicht weiß, was einen erwartet.

Wir freuen uns schon auf das nächste KulturBlindDate! :-)

Klasse 12g gewinnt Sonderpreis beim Geschichtswettbewerb der Körber-Stiftung

„Bis hierhin und nicht weiter!? Grenzen in der Geschichte“ lautete das Thema des diesjährigen Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten – und mittendrin war unsere 12g mit dem Profil „Inszeniere deine Geschichte“. Mit ihrem dokumentarischen Theaterstück „Grenzen der Erinnerung“ gewannen die Schülerinnen und Schüler einen Sonderpreis der Körber-Stiftung.

Am 5. Juni verwandelte sich die Aula in einen eindrucksvollen Theaterraum. Die Klasse setzte sich mit einem dunklen Kapitel Hamburger Geschichte auseinander: den sogenannten Völkerschauen im Tierpark Hagenbeck, bei denen bis in die 1930er Jahre Menschen aus Afrika, Asien und Ozeanien wie Tiere zur Schau gestellt wurden.

Die Schülerinnen und Schüler führten Interviews, sichteten historische Quellen und verbanden all das zu einem Stück, das unter die Haut ging. Sie stellten eine Völkerschau nach, ließen Figuren aus der damaligen Zeit sprechen und schufen eine fiktive Talkshow, in der kontrovers über Schuld und Verantwortung gestritten wurde. Besonders nachdenklich machte das Publikum die Tatsache, dass der heutige Tierpark die eigene Geschichte bis heute nicht aufgearbeitet hat.

Der Geschichtswettbewerb 2024/25 der Körber-Stiftung war mit über 2.000 Beiträgen von mehr als 6.700 jungen Menschen die erfolgreichste Runde seit 30 Jahren. Dass ausgerechnet unser Projekt dabei einen Sonderpreis – verbunden mit einem Preisgeld von 250 Euro – erhielt, ist nicht nur eine riesige Ehre, sondern auch eine Bestätigung dafür, wie viel Kraft in schulischer Projektarbeit steckt – wenn sie kritisch, kreativ und mutig ist.

Herzlichen Glückwunsch an die 12g – ihr habt Geschichte gemacht!