Wie fühlt es sich an, von einem Menschen verraten zu werden, dem man vertraut? Und was passiert, wenn jemand davon überzeugt ist, für die „richtige Sache“ zu handeln und deshalb glaubt, dass nahezu jedes Mittel erlaubt ist?
Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Gastspiel „Monika Haeger – inside stasi“, das in unserer Aula für alle Oberstufenklassen zu sehen war. Das von Nicole Heinrich entwickelte dokumentarische Theaterstück erzählt die Geschichte von Monika Haeger, die als inoffizielle Mitarbeiterin für das Ministerium für Staatssicherheit der DDR tätig war und unter anderem Menschen aus der oppositionellen Bürgerrechtsbewegung ausspionierte.
Das Besondere: Auf der Bühne steht nur eine einzige Schauspielerin. Ihr Monolog wird durch eingespielte Stimmen von Zeitzeug:innen und Opfern der SED-Diktatur ergänzt. Dadurch treffen unterschiedliche Perspektiven unmittelbar aufeinander und machen ein ernstes Kapitel deutscher Geschichte auf eindringliche Weise erfahrbar.
Gerade für unsere Schüler*innen ist dieses Thema näher, als es zunächst erscheinen mag. Viele haben Eltern oder andere Familienangehörige, die in der ehemaligen DDR geboren und aufgewachsen sind. Vielleicht gibt es deshalb auch in der eigenen Familie persönliche Erinnerungen und Berührungspunkte mit dem Thema DDR und Stasi.
Denn diese Geschichte liegt keineswegs weit zurück: Der Fall der Berliner Mauer ist erst 37 Jahre her. Viele Menschen, die das Leben in der DDR selbst erlebt haben, sind heute Eltern oder Großeltern einiger unserer Schüler*innen. DDR-Geschichte ist damit nicht nur Schulbuchwissen, sondern für manche auch ein Teil der eigenen Familiengeschichte. Auch in der anschließenden Publikumsdiskussion mit den beiden Damen des Gastspiels kam die Aktualität und Brisanz dieser Thematik deutlich zum Vorschein.

Unser besonderer Dank gilt Nicole Heinrich sowie der Schauspielerin Anja Kimmelmann für ihre beeindruckende und eindringliche Darstellung dieses schwierigen Themas. Ebenso danken wir der Landeszentrale für politische Bildung, durch deren finanzielle Unterstützung dieses besondere Gastspiel an unserer Schule ermöglicht wurde.
Die Aufführung hat gezeigt, wie nah Geschichte auch heute noch sein kann – gerade dann, wenn sie Teil der eigenen Familiengeschichte ist.
